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Einführung
Es ist unter Hobbyfotografen vor einigen Jahren in Mode gekommen, Helios-44-Objektive zu modifizieren. Dabei werden zumeist Linsen gedreht oder ausgebaut. Amateure sind oft enttäuscht, weil das erhoffte verwirbelte Bokeh zu schwach ausgeprägt ist und greifen dann zu deratigen probaten Mitteln. Die Fotos mit den modifizierten Helios-44-Objektiven werden im Internet oft mit Worten wie „psychodelisch“ in den Himmel gehoben.
Die bekannteste Modifikation ist das Umdrehen der Frontlinse und wird häufig als Petzval-Mod bezeichnet, obwohl Aufbau und Bokeh nicht den Petzval-Objektiven aus dem 19. Jahrhundert entsprechen.
Das Helios-44 besteht aus 6 Linsen zu 4 Gruppen. Wenn man die verkitteten Glieder nicht trennen möchte, kann man jedes der Glieder richtig herum, falsch herum oder gar nicht einbauen. Damit ergeben sich 81 Möglichkeiten. Dabei sind der korrekte Aufbau und die Variante komplett ohne Linsen mitgezählt.
Das Drehen der Linsen ist technisch nicht schwierig. Das Lösen jahrzehntealter Schraubverbindungen kann jedoch beschwerlich sein. Beim Wenden der Frontlinse sollte man einen Abstandshalter einbauen, damit sich die Oberflächen der Linsen nicht berühren, was zu Schäden an der Vergütung führen würde [1 2 🔗]. Bei manchen Modifikationen erhöht sich die Brennweite deutlich und man muss Zwischenringe verwenden, um überhaupt fokussieren zu können.
Als experimentierfreudiger Mensch habe ich auch Versuche in dieser Richtung unternommen und dafür mein Helios-44M benutzt. Ich bin von den Ergebnissen enttäuscht und will nicht behaupten, dass die Fotos von hohem künstlerischen Wert sind. Da aber oft Interesse besteht, zeige ich die Fotos dennoch. Ich habe, bis auf das Entrauschen, kaum Bearbeitungen vorgenommen.
Bei der Numerierung der Linsen beginne ich, wie üblich, auf der Motivseite. Somit ist die Fontlinse die 1. Linse.

Das Wenden der 2. und 3. Linse
Hier habe ich das vordere Gaußglied, bestehend aus der 2. und 3. Linse, gewendet.
Das wenden der 1., 2. und 3. Linse
Hier habe ich sowohl die Frontlinse und das vordere Gaußglied gewendet.
Das Wenden der Hinterlinse
Hier ist die 6. Linse gewendet. Als Abstandshalter habe ich einen Drakt zurechtgebogen.
Das Weglassen der Hinterlinse
Beim Umbau habe ich zu Testzwecken ein Foto ohne die Hinterlinse gemacht.
Galerie zum Umbau
Fazit
Irgendwo habe ich gelesen, dass man durch das Weglassen der 1. und 6. Linse ein, wenn auch schlechtes, Teleobjektiv bekommt. Für dieses und weitere Experimente fehlt mir die Motivation. Meinen ursprünglichen Plan, das Helios-44M permanent in einem interessanten Mod zu belassen, habe ich aufgegeben.
Meines Erachtens haben die Fotos kaum künstlerischen Wert und ich werde die Mods nicht weiter verwenden. In der gewerblichen Fotografie sehe ich keine Möglichkeiten dafür.


















































































































