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Geschichtliche Entwicklung
Das japanische Unternehmen Kuribayashi Seisakusho wurde 1907 gegründet [1 2 3 🔗]. 1962 erfolgte die Umbenennung in „Petri Camera Ltd“ [1 🔗] bzw. [2 3 🔗] in „Petri Camera K.K.“ (Aktiengesellschaft) [2 3 🔗], während auf meinem 2.8/135-Objektiv „PETRI Camera Co., Inc.“ als Firmenname angegeben ist. Entwickelt und produziert wurden u.a. 35mm-Kameras und Objektive. Petri geriet 1977 in Insolvenz, konnte aber von der Gewerkschaft als „Petri Kōgyō K.K.“ weiter betrieben werden [1 2 🔗]. Mit dem Boom der Autofokuskameras wurde die Kamerasparte aufgegeben. Der Markenname „Petri Camera“ wurde verkauft und einige Jahre weiter genutzt.
Petri verwendete lange M42-Gewinde und bei einigen Modellen einen eigenen Mount. In den letzten Jahren wurde auch der Pentax-K-Mount genutzt [2 🔗].
Die Objektive von Petri führen in der Altglasszene ein Schattendasein und stehen in dem Ruf, von schlechter Qualität zu sein. Allerdings wird das Petri 1.4/55 als Alternative zum Carl Zeiss Pancolar 1,4/55 gehyped. Während die Kameras recht gut dokumentiert sind [2 3 🔗], gibt es kaum Informationen zu den Objektiven, vor allem bei Brennweiten außerhalb des Bereichs von 50 bis 60mm.
Mein Petri 2.8/135
Anfang Mai 2025 sah ich auf dem Flohmarkt ein Objektiv mit der Aufschrift „Petri 1:2.8 f=135mm No.64271 PETRI Camera Co., Inc. C.C“, welches aus einer Sammlung aus einem Nachlass stammte. Die Linsen waren sehr gut erhalten und alle beweglichen Teile bewegten sich. Die Blende mit den 12 Lamellen beeindruckte mich. Die Lichtstärke von f/2.8 war für ein 135er ganz passabel. Es war mit seinem M42-mount sofort einsetzbar und als der Händler nur 10€ verlange, musste ich es mitnehmen. Beide Deckel und die Gegenlichtblende fehlten allerdings.
Ich habe im Internet nur zwei weitere baugleiche Exemplare gefunden, eines ist hier [4 🔗] zu sehen, das andere steht seit langem in einem Auktionsportal zum Verkauf. Alle drei Exemplare haben Seriennummern zwischen 64.000 bis 64.700. Offenbar wurden nur wenige Exemplare gebaut. Etwas öfter sieht man Objektive von Petri mit 2.8/135 in einem etwas moderneren Design mit einer Springblende mit 6 Blendenlamellen. Diese Objektive sind teilweise mehrschichtvergütet. Ich weiß nicht inwieweit sich der optische Aufbau unterscheidet.
Im Internet sind kaum Informationen über die 135mm-Objektive von Petri zu finden. Bei Tests und Vergleichen fehlen diese zumeist [5 6 🔗].
Zurück zu meinem Petri 2.8/135. Die Linsen haben eine einfache Vergütung. Es ist eine Vorwahlblende mit 12 Lamellen verbaut, die eine leichtgängige, stufenlose Einstellung von f/2.8 bis f/22 ermöglicht. Bereits bei f/4 bildet sich eine Sägeblattform, die dann in einen Ninjastern übergeht. Erst zwischen f/11 und f/16 rundet sich die Form wieder ab. Das Objektiv hat einen wechselbaren Mount-Adapter. Die Naheinstellgrenze liegt bei ca. 155cm. Der technische Aufbau ist recht einfach gehalten. An mehreren Stellen drücken spitze Madenschrauben Vertiefungen in Aluminiumteile.
Ich habe das Petri zur Innenreinigung demontiert, wodurch ich einige Informationen zum optischen Aufbau geben kann. Es hat 5 Linsen in 4 Gruppen. Ich würde es zu den Sonnaren zählen. Die Konsruktion ähnelt sehr stark dem Sonnar 3.5/135 von Carl Zeiss Jena, allerdings hat das Petri zwei, sehr ähnliche Linsen vor der verkitteten Gruppe. Hinter der Blende ist lediglich eine einzige Linse, die auf den ersten Blick wie eine dicke Glasscheibe wirkt. Diese Linse hatte ich nach der Innenreinigung versehentlich verkehrt herum eingebaut.
Ich habe im Internet keine Objektive anderer Hersteller mit dem gleichen Aufbau gesehen. Ich vermute, dass es eine Eigenentwicklung von Kuribashi bzw. Petri auf der Grundlage des 135mm-Sonnars von Zeiss ist.
Nach den erheblichen Problemen wegen der fehlenden Gegenlichtblende nutzte ich die Gegenlichtblende vom Pentacon 2.8/135. Diese ist allerdings kürzer als das Original.
Galerie



Galerie mit gedrehter Hinterlinse
Ich hatte nach der Innenreinigung die Hinterlinse verkehrt herum eingebaut und will hier einige Fotos zeigen.
Fotos vom Objektiv
Fazit
Wenn das Gegenlicht aus der richtigen Richtung kommt, dann zaubert das Petri eine magische Atmosphäre in das Foto, wie man z.B. am ersten Bild mit dem Moped am Panzersteg sehen kann. Bei manchen Fotos wird das Bokeh sehr schön gezeichnet.
Insgesamt bin ich von dem Petri wenig begeistert. Es hat gravierende Probleme bei Gegenlicht, wobei die von mir verwendete Gegenlichtblende kürzer als die originale ist. Wenn der Himmel im Motiv oder auch nur in der Nähe des Motivs ist, dann ist das gesamte Foto verwaschen, kontrastarm und die Farben blass. Man muss in der Nachbearbeitung viel korrigieren und erhält nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse.
Helle Lichtquellen führen zu einer Überstrahlung der Fotos, was nur bei wenigen Motiven ästhetisch wirkt.
Trotz der vielen Lamellen wirkt sich die ungünstige Form der Blende oft störend aus.
Bei Fernaufnahmen mit Offenblende hat es deutliche Schärfenprobleme. Dies ist bei historischen Objektiven allerdings keine Seltenheit.
Als 10€-Schnäppchen vom Flohmarkt ist das Petri 2.8/135 ganz in Ordnung. Es ist aber kein Objektiv, das man unbedingt haben muss. Wer sich das Petri 2.8/135 anschaffen will, der sollte möglichst die originale Gegenlichtblende mit erwerben oder einen passenden Ersatz beschaffen. Gute Alternativen sind das Carl Zeiss Sonnar 3.5/135 oder das Pentacon 2.8/135.
Nach einer intensiven Testphase ist das Petri 2.8/135 bei mir nicht mehr zum Einsatz gekommen. In der gewerblichen Fotografie sehe ich kein Potential dafür.















































































































